10 Thesen

#diginclusion – Zur Rolle der Sozialen Unternehmen in der digitalen Transformation

  1. Digitalisierung bringt erhebliche Chancen, aber auch neue Exklusionsgefahren für benachteiligte Menschen. Diese zu erkennen, zu thematisieren und ihnen mit erprobten und neuen Methoden zu begegnen, ist eine Kernaufgabe von Sozialen Unternehmen und der Sozialwirtschaft.
  2. Digitale Inklusion von Menschen wird zunehmend auch ein Barometer für berufliche, soziale und demokratiepolitische Teilhabe sowie den Zugang zu (sozialen) Dienstleistungen.
  3. Digitale Inklusion muss sich an den Bedürfnissen der Nutzer*innen (=Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Klient*innen) orientieren und sie als Expert*innen in die Entwicklung von neuen Angeboten aktiv einbeziehen.
  4. Technische und digitale Innovationen brauchen Begleitung durch neue Strukturen, Prozesse, Führungs- und Organisationsmodelle: Sie verändern also auch das „Innere einer Organisation“.
  5. Digitale Inklusion kann, richtig gestaltet, ein Innovationsschub für die gesamte Organisation sein. Sie erlaubt uns schlechte/nicht mehr funktionierende/wenig inklusive Prozesse zu hinterfragen und sie neu aufzusetzen.
  6. Lösungen zur digitalen Inklusion sind häufig explizit NICHT „digital“ – oftmals sind analoge Vorschritte notwendig und sinnvoll.
  7. Soziale Unternehmen und die Sozialwirtschaft müssen auch bei ihren eigenen Mitarbeiter*innen ansetzen, digitale Kompetenzen vermitteln, Scheu vor der Digitalisierung abbauen und die Lust an der Digitalisierung wecken.
  8. Die von Sozialen Unternehmen bereits gelebte Verbindung von Arbeiten und Lernen wird in der digitalen Transformation immer relevanter. Es braucht verstärkte Basis-Sensibilisierung und angepasste/neue didaktische Konzepte.
  9. Soziale Unternehmen sind die idealen Orte, um benachteiligte Menschen digitale Scheu zu nehmen und digitale Kompetenzen zu vermitteln
  10. Soziale Unternehmen und die Sozialwirtschaft müssen sich aktiv und selbstbewusst in der digitalen Transformation einbringen: Mischen wir uns ein, gestalten wir die Angebote sowie die digitalen und ethischen Standards mit – zB im Umgang mit Algorithmen/automatischen Entscheidungssystemen, in der Datennutzung und -sicherheit von Plattformen, uvm.

Stand: Juli 2019