HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Wer steckt hinter #diginclusion?
#diginclusion ist ein Projekt von arbeit plus, dem österreichweiten Netzwerk von 200 gemeinnützigen Sozialen Unternehmen, die mit Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung langzeitarbeitslose Menschen beim beruflichen (Wieder-)Einstieg unterstützen. #diginclusion wird durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG ko-finanziert.

Um was geht es beim #diginclusion Projekt von arbeit plus?
Beim Projekt geht es darum, digitale Inklusion als strategisches Leitthema in den Sozialen Unternehmen von arbeit plus zu verankern. Digitalisierungsprozesse in den Unternehmen sollen zur Förderung der sozialen und digitalen Teilhabe jener Menschen genutzt werden, die in Sozialen Unternehmen qualifiziert, beraten und beschäftigt werden.
Unser Ziel ist es, durch neue bzw. digital angepasste Angebote (zum Beispiel: Qualifizierung und Kompetenzvermittlung, Informationen und Beratungen, neue Arbeitsbereiche), die für und mit langzeitarbeitslosen Menschen entwickelt werden, die Beschäftigungsschancen dieser Frauen und Männer zu stärken, sowie ihre Selbstbestimmtheit und ihre soziale Teilhabe zu erhöhen.

Warum ist das Thema #diginclusion für Soziale Unternehmen wichtig?
Wir beobachten, dass einige Prozesse und Angebote in Sozialen Unternehmen nicht mehr zeitgemäß sind um ausreichend auf den digitalen Wandel in der Arbeitswelt reagieren zu können. Es gilt hier also die digitale Anschlussfähigkeit von Sozialen Unternehmen zu erhöhen. Denn die Klient*innen/Kund*innen von Sozialen Unternehmen sind zunehmend von digitaler Exklusion betroffen.

Was bedeutet digitale Exklusion überhaupt?
Digitale Exklusion bedeutet, dass Menschen mit neuen Technologien nicht oder nur in geringem Ausmaß in Berührung kommen, aber auch dass Dienstleistungen und Produkte entstehen, die für sie nicht (mehr) zugänglich sind. Daher kann fehlende digitale Teilhabe auch den analogen Aktionsradius bzw. die analoge Handlungsfähigkeit von Menschen einschränken. Denn Menschen ohne Internetzugang, ohne Smartphone und ohne dem Wissen um die vorhandenen digitalen Abläufe, sind immer öfter auch vom sozialen Leben, vom Arbeitsmarkt und Dienstleistungen abgeschnitten.

Das betrifft eine Fülle an Dienstleistungen, Kommunikationen und Abläufe des täglichen Lebens, zum Beispiel: Ticketkauf per Handy, Zugang zu Informationen im Internet, Jobsuche und Online-Bewerbungen, Online-Banking, Kommunikation mit Freunden und Verwandten und vieles mehr.

Umgekehrt können gut durchdachte und mit Benutzer*innen entwickelte digitale Dienstleistungen und Produkte auch vorhandene Barrieren abbauen. Sie bieten die Chance auf einen verbesserten Zugang für Menschen, die bislang von Prozessen und Abläufen des täglichen Lebens ausgeschlossen waren, zum Beispiel: Online-Einkauf für mobilitätseingeschränkte Personen, „Leichter Lesen“-Übersetzungen am Handy, Voice-Over für gehörlose Menschen.

Digitale Exklusion kann sich aber auch in einem Mangel an Kompetenzen zeigen, die in einer immer digitaleren Gesellschaft notwendig sind. Das müssen nicht notwendigerweise Programmierkenntnisse sein. Oft geht es um die passive Anwendung von digitalen Tools/Prozessen, dem Verständnis für diese Prozesse und dem Ableiten von Informationen, Bewertungen und Entscheidungen auf Basis dieser Prozesse.

Wieviele Menschen sind in Österreich von digitaler Exklusion betroffen?
Auf Basis von deutschen Vergleichsstudien, kann für Österreich davon ausgegangen werden, dass etwa 1,6 Millionen Menschen potentiell von digitaler Exklusion betroffen sind. Für alle diese Menschen gilt es digitale Angebote zu schaffen, die für sie nutzbar und zugänglich sind sowie ihre beruflichen Chancen und Teilhabe erhöhen.

Was hat digitale Inklusion mit Sozialen Unternehmen zu tun?
In Österreich gibt es aktuell 360.000 arbeitssuchende Menschen, etwa ein Drittel davon ist langzeitarbeitslos, sucht also seit über einem Jahr eine neue Beschäftigung. Rund die Hälfte der arbeitssuchenden Menschen hat nur eine geringe formale (Aus-)Bildung, also maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Menschen sind auch meist jene, die als „digital Abseitsstehende“ definiert werden und am stärksten von digitaler Exklusion bzw. dem Strukturwandel in der Arbeitswelt betroffen sind. Oft fehlen ihnen notwendige Basiskompetenzen um aufbauende digitale Kompetenzen lernen zu können.

Da kommen die Sozialen Unternehmen ins Spiel. Sie schaffen seit über 30 Jahren Beschäftigung in Kombination mit Elementen der (Weiter-)Qualifizierung, Beratung und der Kompetenzvermittlung für langzeitarbeitslose Menschen. Im Jahr erhalten 30.000 Menschen in den Sozialen Unternehmen eine Beschäftigung und Qualifizierung, mehr als 100.000 werden österreichweit in den Unternehmen von arbeit plus beraten. Zeitgemäße Beratung, Kompetenzvermittlung und beschäftigungsnahe Ausbildung erhöht die Chance dieser Menschen beim beruflichen (Wieder-)Einstieg und bei einem selbstbestimmten Leben.

Digitalisierungsoffensiven gibt es ja schon genug. Was macht euer Projekt anders?
Uns interessiert Digitalisierung primär aus dem Blickwinkel von verbesserter Teilhabe, sei es am Arbeitsmarkt oder an der Gesellschaft. Deshalb stellen wir bei #diginclusion die Bedürfnisse und die Anliegen jener Menschen in den Mittelpunkt, die aktuell benachteiligt sind und erarbeiten gemeinsam mit ihnen neue Ideen und Angebote in Sozialen Unternehmen. Dieser partizipative, nutzer*innenorientierte Zugang ist ein Herzstück des #diginclusion Projekts.

Was genau passiert im #diginclusion Projekt?
Im November 2018 hat arbeit plus eine große europäische Konferenz zum Thema Digitale Inklusion in Sozialen Unternehmen in Wien organisiert. Das war sozusagen der Startpunkt. Einen Bericht mit Unterlagen zur Veranstaltung findet ihr im Blog. Aktuell und bis Sommer 2019 liegt unser Fokus auf einer Workshopreihe, in der Soziale Unternehmen und Nutzer*innen mittels der Methode des Design Thinkings erste Prototypen für digital inklusive Angebote entwickeln. Infos zu dieser Workshopreihe findet ihr in der „Toolbox“. Für Herbst planen wir weitere Formate und Veranstaltungen. Wir sind auch offen für neue Ideen sowie Kooperationen und Austausch mit anderen Akteur*innen, die zu diesem Feld arbeiten. Unser Ziel ist Co-Learning und Co-Kreation zum Thema digitale Inklusion über Organisationsgrenzen hinweg in der Sozialwirtschaft zu fördern.

Ich finde spannend, was ihr macht. Wie kann ich Kontakt mit euch aufnehmen?
Bei Fragen zum #diginclusion Projekt oder Interesse an einem weiteren Austausch, können Sie sich gerne an uns wenden.

Schifteh Hashemi, Projektleitung #diginclusion
schifteh.hashemi@arbeitplus.at

 

#diginclusion ist ein Projekt von arbeit plus, gefördert durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

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